Optionen der emissionsfreien Wärmeerzeugung
Fernwärme, Wärmepumpen, Solarthermie, Geothermie und mehr.
Mit unserem Wärmeplan gestalten wir die Wärmewende in Detmold.
Zum Wärmeplan
In rund 7% der fast 20.000 Detmolds Heizungsräumen wurde 2022 bereits emissionsfrei geheizt.
Bis 2035 wollen wir diesen Anteil auf über 70% bringen. Verschaffe dir einen Überblick und lass dich beraten.
Fernwärme
Die mehrheitlich kommunale Detmolder Fernwärme ist bereits klimaneutral und wird ausgebaut.
Der Fernwärmeausbau wird aus wirtschaftlichen Gründen vorwiegend im Innenstadtbereich erfolgen. Siehe Fernwärme-Ausbau und Prüfgebiete für Fernwärme.
Wenn dein Haus in einem dieser Gebiete steht, empfehlen wir, den Anschluss an die Detmolder Fernwärme zu prüfen. Es lohnt sich auch, mit den Nachbarinnen und Nachbarn zu sprechen und den Fernwärme-Anschluss gleich für mehrere Gebäude anzufragen, da auf der Grundlage der Ausbau und Anschluss von den Stadtwerken vorgezogen werden könnte.
Die Investitionskosten für einen Umstieg auf Fernwärme werden aktuell bis zu 70% gefördert. Die Stadtwerke gewähren auch einen Aktivierungsbonus von 1.000 bis 2.000 €.
Wärmepumpe
Steht dein Haus in einem Gebiet ohne wahrscheinliches Wärmenetz, dann ist eine Wärmepumpe mit Luft oder oberflächennaher Geothermie womöglich die wirtschaftlichste Option beim Einbau einer neuen Heizungsanlage.
Durch einen Wechsel von einer Erdgasheizung (244 g CO₂e/kWh) zu einer Wärmepumpe mit Bundesstrom lassen sich bereits heute ca. 50% der THG-Emissionen einsparen. Beim Wechsel von Heizöl (310 g CO₂e/kWh) zu Wärmepumpe sogar ca. 60%. Da Strom immer emissionsärmer wird, steigt dieser Vorteil jährlich – besonders, wenn wir in Detmold die erneuerbare Stromproduktion ausbauen.
Wärmepumpen nutzen die Umgebungsenergie aus Luft, Boden oder Wasser und wandeln sie in Wärme um. Im Vergleich zu fossilen Öl- und Gasheizungen haben sie einen höheren Wirkungsgrad, da sie deutlich mehr Energie liefern, als sie verbrauchen. Sie benötigen nur eine geringe Menge an Strom, um Wärme aus der Umgebung zu extrahieren und auf ein nutzbares Niveau zu erhöhen. So kann eine Wärmepumpe, je nach Modell und Umgebungsbedingungen, das 3- bis 5-fache der elektrischen Energie, die sie verbraucht, als Wärmeenergie bereitstellen.
Häufig noch unbekannt ist die Tatsache, dass Wärmepumpen auch im Altbau wirtschaftlich eingesetzt werden können. Mittlerweile sind nicht nur hohe Vorlauftemperaturen von bspw. 80°C möglich – weshalb Wärmepumpen auch für unsanierten Altbau einsetzbar sind – sondern oft reicht schon der Austausch einzelner Heizkörper, um eine Wärmepumpe mit niedrigerer maximaler Vorlauftemperatur verwenden zu können (bspw. 55°C).
Erdwärme/Geothermie
Mit Erdkollektoren und Erdsonden lässt sich Wärme aus den oberen Erdschichten gewinnen. Mithilfe von Sole-Wärmepumpen wird die gewonnene Wärme auf das benötigte Temperaturniveau gehoben. Diese Art der Wärmegewinnung eignet sich für Ein- und Zweifamilienhäuser und benötigt größere Flächen wie z.B. Gärten.
Luftwärme
Luftwärmepumpen mit Außengerät können nicht nur Einfamilienhäuser versorgen, sondern auch Wohnkomplexe. Voraussetzung ist ein Aufstellort, wo ausreichend Luft gewälzt werden kann. Oftmals reicht dafür ein Platz an einer Außenwand. Auf Gebäuden mit Flachdach kann dafür auch die Dachfläche infrage kommen. Für Großanlagen, die Wärmenetze versorgen, wird ein Bauplatz gewählt, der keine störenden Lärmemissionen für die versorgten Gebiete darstellt.
Solarthermie
Solarthermie kann unterstützend zur Warmwasserversorgung eingesetzt werden. Für die ganzjährige Raumwärmeversorgung ist sie in den meisten Fällen jedoch ungeeignet.
Mittlerweile gibt es aber sogenannte PVT-Hybridmodule aus Photovoltaik und Solarthermie, die z.B. an der Rückseite von PV-Modulen Luftwärme gewinnen – auch in der Heizperiode.
Bioenergie
Biogas und Biomasse gelten landläufig als klimaneutral, stellen jedoch THG-Emissionen dar, deren Vermeidung durch stoffliche statt energetische Verwendung klimapositiv wäre: wie bspw. Holz im Möbelbau oder Naturfasern zur Dämmung im Bau. Je länger der Kohlenstoff nicht emittiert wird, sondern gebunden bleibt, desto besser.
Es ist davon auszugehen, dass die industrielle Nachfrage nach begrenzt verfügbarer und nur eingeschränkt ausbaufähiger Bioenergie sowie nachwachsenden Rohstoffen die Nutzung im Bereich Gebäudewärme stark senken wird. Gleichzeitig stellt Bioenergie eine Säule der Backup-Stromversorgung dar.
Ein Ersatz von Erdgas durch Biogas ist aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Biogas flächendeckend ausschließbar.
Wasserstoff
Im Zeithorizont des Wärmeplans wird Wasserstoff nicht in bedeutenden Mengen in Detmold zur Verfügung stehen. Die laufenden Planungen für das Wasserstoff-Netz sehen bis 2030 keinen Anschluss für Detmold vor. Eine darüberhinausgehende Erweiterung ist derzeit unklar. Dies würde für eine Wasserstoff-Versorgung Detmolds hohe logistische Aufwände und damit erhebliche Energiekosten bedeuten, was die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoffprojekten, besonders im Bereich Wärme in Detmold erheblich einschränken würde.
Weitere Optionen
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Senkung des Wärmebedarfs durch Gebäudesanierung.
Der Energieverbrauch von Heizungsanlagen sinkt, wenn die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage niedrig ist. Diese kann durch Maßnahmen wie energetische Sanierungen und den Einbau von Flächenheizungen gesenkt werden, was den Wärmebedarf reduziert und z.B. die Leistungsfähigkeit der Wärmepumpen verbessert. Solche Anpassungen sind jedoch nicht in jedem Bestandsgebäude notwendig.
Da die Gegebenheiten in Gebäuden stark variieren, sollte die Wärmeversorgung individuell geprüft werden.
Überblick über weitere Optionen
Der Überblick im Wärmeplan
Der Wärmeplan teilt das Detmolder Stadtgebiet in unterschiedliche Versorgungsgebiete ein.
Kontakt für Fragen an die Verwaltung
Du kannst dich jederzeit via E-Mail an uns wenden.