Ein Traktor vor einem Blühstreifen an einem Feld
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Handlungsfeld Landwirtschaft, Wald und Boden

Land- und Forstwirtschaft leiden bereits heute stark unter den Auswirkungen des Klimawandels und stehen unter entsprechend hohem Handlungsdruck.

Während Deutschland eine THG-neutrale Landwirtschaft durch Senken in der Landnutzung und Forstwirtschaft bis 2045 anstrebt, ist dies in Detmold bereits heute der Fall: netto -2.572 t CO2e (2022). Durch eine Verstärkung der natürlichen Senken und womöglich eine weitere Reduktion der landwirtschaftlichen THG-Emissionen könnten Landwirtschaft, Wald und Boden in Detmold ihre Stärke ausbauen und eine frühere Klimaneutralität Detmolds enorm unterstützen.

Die regenerative Landwirtschaft versucht, die Ziele der konventionellen und der ökologischen Landwirtschaft zu vereinen: verlässlich hohe Erträge bei gleichzeitig verbesserter Bodenfunktion und Biodiversität. Sie zielt auch darauf ab, Humus aufzubauen und den Anbau widerstandsfähiger gegenüber Klimaveränderungen werden zu lassen. Sie nutzt dafür nachhaltige Techniken wie z.B. schonende Bodenbearbeitung, integrierte Tierhaltung und Agroforstwirtschaft. Großes Potenzial zur Reduktion von THG-Emissionen bietet z.B. die pfluglose Methode der Direktsaat, die nicht nur Emissionen aus Bodenerosion reduziert, sondern sogar zu einem Humusaufbau – sprich Kohlenstoffbindung – führt. Methoden der regenerativen Landwirtschaft werden daher von immer mehr Landwirten genutzt. Gleichzeitig erfordert die Umstellung ein hohes Maß an Geduld und ist in den ersten Jahren oft mit Rückschlägen verbunden.

Aufgrund des hohen Drucks in der Landwirtschaft sollten Kommunen nicht Forderungen stellen, sondern Unterstützung durch Plattformen und Vernetzung anbieten. Leitgedanke ist, durch Klimaschutz in der Detmolder Landwirtschaft Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe und die Wirtschaft vor Ort zu schaffen. Die Förderung des Austausches kann daher besonders wirkungsvoll sein.

Vor diesem Hintergrund schlägt das Klimaschutz- und Energiekonzept folgende Maßnahmen vor:

Plattform Regenerative Landwirtschaft Steigerung natürlicher Senken
Menschen wandern entlang grüner Felder.
© Thorsten Krienke

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe lag 2020 bei 81, davon 66 mit Ackerland, 9 mit ökologischem Landbau und 44 mit Viehhaltung: 18 mit Rinderhaltung, 14 mit Schweinehaltung und 7 mit Geflügelhaltung. In Detmold entfielen ca. 4.568 tCO2e prozessbedingte THG-Emissionen auf die Tierhaltung inkl. dazugehöriger Düngewirtschaft, ca. 8.498 tCO2e auf sonstige Düngerwirtschaft und ca. 232 tCO2e auf die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Böden – zusammen ca. 13.297 tCO2e.96 Landwirtschaftliche Nutzung von mineralischen Böden ermöglicht aktuell THG-Emissionssenkung schätzungsweise in Höhe von -824 tCO2e.

Kühe auf einer grünen Weide, im Vordergrund rote Mohnblumen.
© Thorsten Krienke